Zur Hauptnavigation springenZum Hauptinhalt springen

ÖDP-Rheinland-Pfalz im E-Laster-Werk: Falsche Anreize bei Umrüstung

Mitglieder informieren sich bei Orten Electric-Trucks in Wittlich-Wengerohr

Im Rahmen seiner Landesvorstandsklausur besichtigte der ÖDP-Landesvorstand Rheinland-Pfalz zusammen mit weiteren ÖDP Mitgliedern die Werkshallen der Orten Electric-Trucks in Wittlich-Wengerohr.

Dort rüstet die Firma Orten Nutzfahrzeuge verschiedenster Art und Größe vom „Verbrenner“ auf Elektroantrieb um. So werden dort in z.B. Kleintransporter, Kommunalfahrzeuge, Müllfahrzeuge oder auch Personenbusse Elektromotoren eingebaut. Aktuell sind dort ca. 15 Mitarbeiter in diesem Segment beschäftigt und bauen rund 50 Fahrzeuge pro Jahr um. Insgesamt arbeiten bei Orten ca. 120 Mitarbeiter.

Die ÖDP Mitglieder konnten im Werk bei der Besichtigung einen aufschlussreichen und praxisnahen Einblick in das Thema Elektromobilität gewinnen.

Auffallend war, dass Orten überwiegend Neufahrzeuge von Diesel auf Elektroantrieb umrüstet. Dies liegt zum einen daran, dass das Angebot an Neufahrzeugen, die ab Werk mit E-Antrieb ausgerüstet sind, noch gering ist, zum anderen aber vor allem daran, dass die Förderrichtlinien die Umrüstung von Neufahrzeugen gegenüber der Umrüstung von Gebrauchtfahrzeugen deutlich bevorzugen. „Dies führt dazu, dass bei Orten die neuen Dieselantriebe ausgebaut werden müssen und durch Elektroantriebe ersetzt werden, was aus Sicht der ÖDP nicht im Sinne der Ressourcenschonung sein kann“, bemerkt ÖDP-Landesvorsitzender Johannes Schneider. Zwar können die Motoren aufwendig wieder für den Einbau in andere Fahrzeuge genutzt werden, sie gelten aber nicht mehr als neu, was die Einsatzmöglichkeiten einschränkt.

Die Förderung bezieht sich nur auf sogenannte technologiebedingte Investitionsmehrausgaben, gefördert werden hiervon bis zu 80 Prozent. Bei einem Neufahrzeug sind die technologiebedingten Mehrkosten die gesamten Umrüstkosten, hiervon werden 80 Prozent bezuschusst. Bei Gebrauchtfahrzeugen wird deren begutachteter Restwert im Vergleich zu einem Diesel-Neufahrzeug als Maßstab angesetzt, wodurch sich die Förderung deutlich verringert. Aus 80 Prozent Förderquote werden so schnell lediglich 30 Prozent Förderquote. „Das setzt völlig falsche Anreize, da so nicht vor allem alte Dreckschleudern umgerüstet werden, sondern Fahrzeuge mit neuen, relativ verbrauchsarmen und sauberen Dieselantrieben“, so Schneider weiter.

Die von der Firma Orten ausgerüsteten Elektro-LKW sind insbesondere für städtische Lieferverkehre und Entfernungsbereiche bis 300 km gut geeignet. Für größere Entfernungen und den Fernverkehr sieht man bei Orten Fahrzeuge mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff als Energieträger in Verbindung mit der Brennstoffzellentechnologie als zukunftsfähige Lösung an. Politisch müssten diese Elemente für eine Mobilitätswende durch die Schaffung der notwendigen Infrastruktureinrichtungen flankiert werden. Hierzu zählt Orten z.B. die Schaffung von Wasserstofftankstellen für LKW und die Bereitstellung der erforderlichen Ladeinfrastruktur für Elektro-LKW.

Die ÖDP wird die Erkenntnisse aus der Besichtigung und den Gesprächen in ihre weitere politische Arbeit einfließen lassen. Man möchte auch in Zukunft aktiv auf Wirtschaftsvertreter zugehen, um in einen intensiveren Austausch zu kommen.

Zurück