Pressemitteilung
ÖDP entsetzt: Rhein ist nach wie vor mit vielen Schadstoffen belastet
ÖDP-Spitzenkandidat Moseler fordert Sofortmaßnahmen zur Reduktion der Belastung des Rheins mit bekannten wie unbekannten Chemikalien
Rhein bei Bingen, Bild: ÖDP Rheinland-Pfalz, Claudius Moseler
Mainz. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) fordert Maßnahmen gegen unbekannte Chemikalien im Rhein. Denn: Der Rhein versorgt viele Millionen von Menschen, auch in Rheinland-Pfalz, über Uferfiltrat mit Trinkwasser. Eine Recherche von „Correctiv“ offenbart nun, dass im Rhein Tausende teils unbekannte Stoffe schwimmen. Fachleute schätzen, dass bis zu 30.000 Stoffe in den Rhein eingeleitet werden – über die Industrie, die Landwirtschaft, aber auch aus Kläranlagen.
Der SWR berichtete kürzlich, dass zwischen 2020 und 2025 allein in Rheinland-Pfalz 20 Fälle von auffälligen Mikroschadstoffen über das sogenannte Non-Target-Screening (NTS) entdeckt wurden. Davon waren in insgesamt in einem Fall in Rheinland-Pfalz die gemessenen Konzentrationen so hoch, dass das Landesumweltamt warnen musste. Auch in Baden-Württemberg gibt es entsprechende Vorfälle. Erschreckend sei, so die ÖDP, dass viele dieser Stoffe unbekannt seien und daher häufig nicht erfasst bzw. gemessen werden können.
Der ÖDP-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, Dr. Claudius Moseler, fordert daher, dass u.a. die Rheingütestation in Worms, die von den drei Bundesländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen betrieben wird, nun auch technisch weiter mit modernen Messgeräten aufgerüstet wird, um weitere Einleitungen bisher unbekannter Stoffe in den Rhein rechtzeitig melden zu können, um vor allem die Wasserwerke zu warnen, die aus Uferfiltrat Trinkwasser gewinnen.
Gleichermaßen muss auf Industrie und Landwirtschaft hingewirkt werden, die Anzahl unbekannter bzw. bekannter chemischer Stoffe deutlich zu reduzieren, z.B. auch PFAS, die Ewigkeitschemikalien. Hier ist auch der Bundesgesetzgeber gefordert. Am Rhein stehen Hunderte von Fabriken: Sie produzieren Chemikalien, Medikamente, Pestizide, Lacke und Plastik. Täglich leiten sie Abwasser in den Fluss. „Die Verursacher müssen angehalten werden, offen zu legen, welche unerforschten Mikroschadstoffe sie einleiten“, fordert Moseler.
Ferner muss die zukünftige Landesregierung ein Sofortprogramm aufsetzen, das sowohl die Einbringung von Mikroschadstoffen in den Strom verringert als auch die vorhandene Belastung aktiv z.B. durch effizientere Kläranlagen reduziert.
Quellen:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/rhein-tausende-teils-unbekannte-stoffe-im-wasser-entdeckt-100.html
https://correctiv.org/aktuelles/kampf-um-wasser/2026/02/03/wie-die-industrie-den-rhein-mit-unbekannten-stoffen-verschmutzt/
