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Persönlicher Kommentar

Schafft sie ab!

Warum muss immer noch der Faktor Arbeit die Sozialsysteme finanzieren? Wer Arbeit für Menschen schafft, muss auch für deren Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung zahlen. Das nennt man dann „Lohnnebenkosten“ - rund 20% vom Bruttolohn. Weitere 20% gehen vom Brutto ab, weil auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzahlen. Wer statt eines Menschen ein System (Roboter, Automat, KI) “einstellt“, spart sich das und steigert gleichzeitig die Lasten im Sozialsystem: Mehr Arbeitslose, höhere Ausgaben, weniger Einzahler.

Unser Sozialsystem ist eine Erfolgsgeschichte. Seit fast 150 Jahren wird krasse Armut verhindert. Im längsten Teil der Geschichte machten Krankheit, Invalidität oder Altersschwäche das arbeitende, "einfache Volk" bettelarm. In Ländern ohne Sozialsystem ist das leider auch heute noch zu besichtigen…

Unser Erfolgssystem muss aber jetzt schnell anders finanziert werden. Eigentlich sollte man ein klares politische Ziel ausgeben: Schafft die Lohnnebenkosten ab! Der Fortschritt in den Bereichen KI und Robotik führt nämlich dazu, dass immer mehr Wertschöpfung ganz ohne menschliche Arbeitskräfte geschieht. Und ganz ohne Nebenkosten!

Nur über das Steuersystem kann meiner Meinung nach das Sozialsystem stabil gemacht werden. Bislang gilt der steigende Zuschuss aus dem Bundeshaushalt an die Sozialversicherungen als „Politikversagen“. Ich meine, dass der Steueranteil viel höher werden muss, weil so auch Gewinne aus der Nutzung von Automaten und KI zur Finanzierung von Rente und Gesundheit beitragen. 

Man könnte zum Einstieg erst einmal alle beruflichen Ausbildungsverhältnisse von Lohnnebenkosten befreien und die anfallenden Beiträge aus der Steuerkasse begleichen. Das wäre gleichzeitig eine Anerkennung für alle ausbildenden Betriebe und eine wertschätzende Starthilfe für junge Leute. Ganz nebenbei würden wir alle uns daran gewöhnen, dass in Zeiten rasanter Automatisierung die Belastung des Faktors Arbeit keinen Sinn mehr hat. 

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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