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Gute Lehrerin

Die Gaskrise lässt einen wirklich schlauer werden. Vor allem lehrt sie, dass wirklich alles mit allem zusammenhängt. Wer hat von uns Nicht-Chemikerinnen und Nicht-Landwirten z.B. schon gewusst, dass die Hersteller von Mineraldünger (Ammoniak!) richtige Mega-Gasverbraucher sind? Irgendwie schon ein wenig geahnt… aber so massiv? Manche Hersteller reduzieren schon ihre Produktion, wegen zu hoher Kosten für das Gas. Da die Düngerpreise am Markt aber massiv steigen (weniger Angebot bei weiterhin guter Nachfrage…), stimmt am Ende die Kasse doch – wenigstens beim Düngerkonzern.

Also: Wenn wir aktuell und generell Gas einsparen sollen bzw. wollen (und vielleicht aus Klimagründen sogar einsparen müssen), sollten wir nicht ausschließlich an das Ventil am Heizkörper und an den Duschkopf denken. Es lohnt sich auch zu ergrübeln, welche Produktionsanlagen langsamer laufen sollten oder gar stillgelegt werden könnten. Gibt es nicht schon seit langer Zeit die ökologische Landwirtschaft, die ganz ohne den gasverschlingenden Mineraldünger auskommt? „Aber die Biobauern produzieren doch viel zu wenig und das auch noch sehr teuer“, sagt da der skeptische Zeitgenosse. „Die geringere Produktion würde den menschlichen Hunger trotzdem stillen, wenn nicht der größte Teil des in der EU erzeugten Getreides (60%!) in den Futtertrögen für die Fleischproduktion landen würde“, entgegnet die kundige Gesprächspartnerin. Und so richtig billig ist die konventionelle Landwirtschaft auch nicht mehr – siehe Gasbedarf! 

Es hängt eben alles mit allem zusammen. Eine positive Gedankenkette drängt sich auf: Weniger Gas, weniger Dünger, weniger Nutztiere, weniger Methan- und CO2-Emissionen, mehr Bio-Landwirtschaft und doch satt und gesund bei mehr Tierwohl und weniger Nitrat im Grund- und Trinkwasser. Oh Gaskrise - du könntest eine gute Lehrerin werden!

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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