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Atempause für Mutter Erde - Corona verschiebt Erdüberlastungstag

ÖDP sieht Chance auf mehr Umweltschutz durch Erfahrungen in der Covid-19-Krise

"Ein Puma streunt durch die Hauptstadt von Chile, Delfine schwimmen im Hafenbecken von Triest und Cagliari, Wildschweine und Hirsche betreten durch automatische Türen Geschäfte in Japan. Corona hat uns gezeigt, dass sich die Natur ohne menschliche Dauerpräsenz sehr schnell wieder hervorwagt.“ Dr. Claudius Moseler, Generalsekretär der ÖDP, weist darauf hin, wie sehr die Corona-Maßnahmen weltweit die Luftqualität verbessert haben. Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat mit Satellitenaufnahmen und mit anderen Messdaten nachgewiesen, dass weniger Wachstum und weniger Profitstreben mehr Klimaschutz bedeuten. 

„Corona ist in jedem Fall ein historischer Moment in der Geschichte der Menschheit. Die Krise hat auch bewirkt, dass sich der Erdüberlastungstag deutlich nach hinten verschoben hat“, stellt Moseler fest. Der jährliche Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) markiert den Zeitpunkt, an dem die Menschheit ihr biologisches Ressourcenbudget für das laufende Jahr bereits aufgebraucht hat. Denn so, wie wir momentan leben, bräuchten wir die Ressourcen von 1,6 Erden. Wir verbrauchen derzeit 60 Prozent mehr als unser Planet erneuern kann – und das Jahr für Jahr. Im Corona-Jahr 2020 hat sich der Erdüberlastungstag um drei Wochen nach hinten verschoben, auf den 22. August 2020 – immerhin. In den Jahren zuvor war dieses Datum jedes Jahr etwas früher. Betrachtet man zudem den Ressourcenverbrauch von Deutschland alleine, sieht es noch viel schlimmer aus: Seit Anfang Mai leben wir hier auf Kosten zukünftiger Generationen.

Corona hat die Wirtschaft einige Wochen lang weltweit nahezu lahmgelegt. Was für sehr viele Menschen dramatische Auswirkungen auf ihre materielle Existenz hat, ist ein Segen für die Natur. „Das zeigt mehr als deutlich, dass wir so nicht weiter wirtschaften können“, schließt Moseler aus diesen Fakten. „Wenn wir der Erde und ihren Ressourcen Zeit zur Erholung und zum Nachwachsen schenken, können alle Menschen genug zum Leben haben.“ Während der globalen Corona-Restriktionen hat vor allem der Rückgang im Holzverbrauch und bei der Verbrennung fossiler Treibstoffe dem Klima nachweislich gutgetan, schreibt die internationale Organisation Global Footprint Network. „Trotzdem müssen wir bei alledem die wirtschaftlichen Sorgen der Menschen ebenfalls im Blick behalten“, betont der ÖDP-Generalsekretär.

„Wie sich das Klima jetzt durch die Pandemie zwangsläufig verbessert hat, das kann auch weltweit geplant werden. Unser globaler Kampf gegen die Verbreitung von Covid-19 zeigt gerade, dass wir durchaus in der Lage sind, gemeinsam Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen.“ Der ÖDP-Politiker Moseler sieht daher Corona auch als Chance. Die Krise hat unter vielen Menschen große Solidarität ausgelöst: „Diese Solidarität gilt es jetzt zu bewahren und gemeinsame Pläne für einen deutlich kleineren ökologischen Fußabdruck der gesamten Menschheit zu entwickeln. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft bietet dazu gute Gelegenheit. Noch wirksamer wären verbindliche Beschlüsse auf der verschobenen UN-Klimakonferenz im November 2021. Gute Ideen gibt es genug, man darf sie nicht länger verhindern, aus purer Profitgier.“  


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