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Risiken der Gentechnik diskutiert

Verbandsgemeinde als gentechnikfreie Zone

„Die Geister, die ich rief, ich werd' sie nicht mehr los“, dichtete Goethe im Zauberlehrling. Und mit diesen Worten führte ÖDP-Kreisvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Johannes Schneider in die Veranstaltung zum Thema Agro-Gentechnik kürzlich in Bernkastel-Kues ein.

Marie-Luise Volk aus Cochem, Gesundheitsberaterin (GGB) erläuterte anschließend eingehend, warum diese Technologie so große Risiken birgt. Wenn die verändernden Bestandteile mit einem „Schrotschuss“ in das winzige Gen – den charakterisierender Bestandteil der Zelle – transportiert werden, ist leicht vorstellbar, wie unsicher das Ergebnis ausfallen kann. Aber weitaus beängstigender ist die Tatsache, dass die genveränderten Organismen – einmal in die Natur entlassen – nicht rückholbar sind. „AKWs kann man immerhin abschalten:“ Aber was die genveränderten Organismen anrichten, wenn sie ihr Erbgut auf normale Pflanzen übertragen, lässt sich schlichtweg nicht kontrollieren. Und die Wirkungen gentechnisch veränderter Lebensmittel auf uns als Verbraucher?

Ohne zuverlässige Langzeitversuche lässt sich das nicht bewerten – und daran fehlt es. Prof. Arpad Pusztai hatte am Rowett Research Institut (RRI) im schottischen Aberdeen 1998 einen Fütterungsversuch mit Ratten vorgestellt. Das Ergebnis: Die Ratten, die gentechnisch veränderte Kartoffeln gefressen hatten, litten im Gegensatz zu ihren normal ernährten Kollegen u. a. an einer Schädigung des Immunsystems. Zwei Wochen später verlor Pusztai seinen Arbeitsplatz. Trotzdem hat das in England zu einer starken Anti-Agro-Gentechnik-Bewegung geführt. Und nicht umsonst lehnen auch bei uns mehr als 70 % der Bevölkerung gentechnisch veränderte Lebensmittel ab.

Als ein großes Manko in dem Zusammenhang bezeichnete Marie-Luise Volk die Tatsache, das es keine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel tierischer Herkunft gibt. Das heißt, wenn Fleisch- und Milchprodukte von Tieren stammen, die mit z. B. genverändertem Soja gefüttert wurden, erfahren wir davon nichts: „Hier besteht dringend Nachbesserungsbedarf. Nur bei Öko-Lebensmitteln kann man sicher sein, weil da Genfutter nicht zugelassen ist.“

Völlig unzureichend sind auch die gesetzlichen Mindestabstände beim Anbau. Das ist umso fataler, da nicht die Gentechnikkonzerne haften, wenn es zu Übertragungen kommt, sondern die Landwirte. Ein Grund, warum in unserer Region mit noch recht kleinräumiger Wirtschaftsweise die Landwirte dieses Risiko nicht eingehen wollen – positiv für die Verbraucher regionaler Lebensmittel.

Die beste Methode, den 6 „Global Playern“ auf dem Saatgutmarkt – allen voran Monsanto – das Geschäft zu verderben, ist die Ausweisung von gentechnikfreien Zonen. Das hat die ÖDP im Verbandsgemeinderat bereits angeregt und wird sich weiter dafür einsetzen: Keine Agro-Gentechnik in der Verbandsgemeinde, besser noch im ganzen Kreis bzw. der Region.


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