ÖDP: Grüne schlucken die nächste Kröte

A 1 - Lückenschluss nun der nächste „Kompromiss“

„In den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen klang es noch anders – aber jetzt ist auch die A1 geschluckt,“ so der stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende Johannes Schneider. „Sehr groß ist wieder mal die Enttäuschung bei allen, die sich eine angepasste, umweltverträgliche Verkehrslösung für die Eifel gewünscht hätten.“ Grün steht jetzt nicht nur für den Hochmoselübergang und den Flughafen Hahn, sondern auch für den sogenannten Lückenschluss der A1 – und mit der Mittelrheinbrücke droht die nächste Kröte.

„Auch wenn die Vorgängerregierungen mit kleineren Teilstücken bereits teure Fehlentscheidungen getroffen haben, so besteht immer noch die Möglichkeit zur Umkehr. Von einem „alternativlosen Lückenschluss“ kann keine Rede sein, denn mit der B 51/A60 von Blankenheim nach Bitburg-Trier-Saar und der A 61 nach Rhein-Main stehen leistungsfähige Fernverbindungen zur Verfügung“, so Landesvorsitzender Rainer Hilgert.

Aber was hier geplant ist, hat realistisch gesehen nur „optische“ Gründe: Der „Lückenschluss“ soll aussehen wie eine Autobahn, obwohl man eine solche in Wirklichkeit gar nicht braucht. Ziel- und Quellverkehre in der Region sind so gering, dass dies keine Autobahn rechtfertigt. Vom überregionalen Schwerlast-Verkehr würde die A1 die Region zudem kaum entlasten, weil dieser wohl weiterhin die bereits jetzt vorhandenen kürzeren Verbindungen nutzen würde. Sie wäre auch als Angebot für den Ortsumgehungsverkehr nicht von Nutzen. Eher werden neue Zubringerverkehre ausgelöst, die die Ortslagen zusätzlich belasten würden. Längst hat der vorhandene Verkehr passende Wege gefunden, und wenn es stellenweise einige neuralgische Punkte gibt, sind sie durch kleine Maßnahmen wie Kriechspuren oder Umgehungen einfacher und entschieden billiger zu lösen, meint die ÖDP Rheinland-Pfalz.

„Was soll der „Lückenschluss“ also bewirken? Hier wird wieder mal nur Geld ausgegeben, dass wir eigentlich gar nicht haben, um Dinge zu verwirklichen, die wir nicht brauchen. Umweltverbände, Bürgerinitiativen sind zutiefst enttäuscht. Der Kampf gegen die unsägliche A1 geht damit in die nächste Runde!“ so Hilgert und Schneider. 

Rainer Hilgert
Johannes Schneider

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