Dipl.-Ökonom Manfred Eckelt stellt kurz und knapp in 11 Thesen die wichtigsten Ursachen für die Finanzkrise dar. Diese Aspekte rufen die Politker zum Handeln auf, denn sie haben Gesetzgebungskompetenz. Aufgrund der aufgezeigten Verflechtungen von Politik und Wirtschaft ist es allerdings ein schwieriges Unterfangen.
- „Der Mensch ist dem Menschen entweder ein Wolf oder ein Schaf" (frei nach Plautus). Sein Verhalten auf bloße Gier zu reduzieren, führt zwangsläufig in die Irre.
- Der Kern der sog. Finanzkrise liegt im Handel neuartiger Finanzierungsinstrumente wie CDS - Credit Default Swaps (Versicherungen gegen den Ausfall von Anleihen oder Krediten) und CDO - Collateralized Debt Obligations (Wertpapiere über Kreditforderungen), der zur weltweiten Aufblähung des Kreditvolumens führte.
- Dem ständig steigenden Angebot an Krediten für die Finanzierung von Häusern, Autos, Gütern des gehobenen Lebensstandards etc. fehlte zunehmend der Bezug zur Realwirtschaft. Die Kreditvergabe kann nicht wesentlich über den Betrag hinaus gehen, der in der Realwirtschaft erwirtschaftet (gespart) wurde. Bekanntlich wurde aber 1 gesparter Dollar (Euro, Yen etc.) gleich 30 Mal als Kredit ausgeliehen.
- Von den Hauptakteuren der Krise wie AIG (American International Group), US Investmentbanken und Hedge Fonds wurden als Legitimation für den Handel dieser Finanzinstrumente spezielle Computerprogramme herangezogen.
- Sollte sich herausstellen, dass die theoretische Fundierung dieser Programme für sinnvolle betriebswirtschaftliche und private Anlagen ungeeignet ist, hätten die Finanzinstitute CDS und CDO primär auf den Markt gebracht, um (substanzlose) Scheingeschäfte mit arglosen Anlegern zu machen.
- Das augenblickliche Platzen der Blase des Finanzsystems legt die Vermutung nahe, dass sich die Beteiligten von Anfang an im großen Stil bereichern und die Anleger vorsätzlich schädigen, also betrügen wollten.
- Der Übergang von der vorsätzlichen betrügerischen Absicht der Schöpfer von CDS und CDO zum kritiklosen weltweiten Handel mit diesen Papieren durch fast alle privaten und öffentlichen Finanzinstitute erfolgte reibungslos und offenbart zweierlei: einen eklatanten Mangel an intellektueller Kompetenz der Verantwortlichen und die von Gier getriebene unbeschreibliche Naivität der Anleger.
- Wenn es sich bei der sog. Finanzkrise tatsächlich um das Ergebnis eines großangelegten Betruges handeln sollte, z. B. durch eine vorsätzlich betriebenes sog. Schneeballsystem, müssen die Verantwortlichen hierfür weltweit zur Verantwortung gezogen werden.
- Politische Maßnahmen zur Behebung der sog. Finanzkrise, die nicht mit dem Eintreiben von hinterzogenen Steuern und Gewinnen aus veruntreuten Anlagen beginnen, symbolisieren die absichtsvolle Sanktionierung des Geschehenen und sind die Basis für die nächste Spekulationsblase.
- Eine ordnungsgemäße Politik muss zwingend den Weg des Geldes verfolgen. Sie hat sicherzustellen, dass es nicht zu einen fortgesetzten Umverteilung des Vermögens von unten nach oben kommt. Die Maßnahmen zur Behebung der sog. Finanzkrise sind deshalb daran zu messen sein, inwieweit sie allgemeinwohlverträglich sind. Leistungslose, systembedingte oder rechtlich unzulässige erlangte Vermögenssteigerungen sind abzuschöpfen.
- Aber Geld regiert auch zukünftig die Welt. Dafür sorgt schon die Politik. Denn die kritische Masse an geeigneten Parteimitgliedern in der Legislative reicht nicht aus, um eine am Gemeinwohl orientierte Politik zu machen. Das politische Spitzenpersonal bleibt lagertreu, auf lebenslange lukrative Funktionärstätigkeit angewiesen und fest verwoben mit der jeweiligen Lobby.
Dass dem so ist, belegen eindrucksvoll Maßnahmenkatalog und Verlautbarungen der Bundesregierung.