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Skandal am Nürburgring:

Herbstnebel am Ring

04.12.2009

Wenn schon der Nürburgring nicht die versprochenen Massen anzieht, so sorgt er wenigstens für massenhaft Unterhaltung in den Medien. Neben möglichen kleinkriminellen Machenschaften profilsüchtiger Landtagsabgeordneter steht die Neuordnung der Gesellschaften am Ring. Doch was ändert sich?

a) Der langjährige Geschäftsführer wird mit einem goldenen Handschlag verabschiedet. Zur Erinnerung an den verdienenden Herrn könnte der Ringboulevard den Namen Walter-K.Witz-Meile erhalten. Vielleicht kommt Boris Becker für ein paar T€uro zur Taufe???

b) Aus einem Gesellschaftskonglomerat werden zwei. Ob damit Kosten gespart werden können? Weil die qualifizierten Führungskräfte am Ring nicht selbst darauf gekommen sind, werden auf Kosten der Steuerzahler Beratungsfirmen bemüht und bezahlt, obwohl die letzten Jahre gezeigt haben, dass die teuren Beratungen nur zu neuen Kosten geführt haben.

c) Es heißt, dass Nürburgring 2009 nun nicht mehr aus Steuermitteln sondern mit Krediten bezahlt würde. Es ist aber doch so, dass der Steuerzahler/das Land eine Bank (ISB) finanziert. Diese ISB reicht Kredite über 315 Mio. € an die zwei Nürburgring GmbHs als Eigentümer der Strukturen. Die Besitzer verpachten ihr Eigentum an Betreiber (Lindner und Mediinvest). Es sei hier mal dahingestellt, ob der Betrieb am Ring realistisch überhaupt Zins und Tilgung in einem marktüblichen Rahmen (20 Mio. € pro Jahr) neben Betriebskosten und Gesellschaftsgewinnen für die Betreiber erwirtschaften kann. Allein die Sicherung der Darlehn wird sich auf die Immobilien am Ring beschränken, die gerade erst für 300 Mio. € vom Land gebaut wurden. Übrigens bekommt man im normalen Leben von keiner Bank einen Kredit über 315 Mio für ein Objekt, das für 300 Mio errichtet wurde. Da ergeben sich auch noch einige Fragen.

Ergebnis der Beratungen durch Marktforschung und Consulting: Es werden auf ein paar Firmen einige neue Namen aufgeklebt, es wird noch mehr Steuergeld in den Ring gegeben, alles mit dem Ziel, dass vor der Landtagswahl 2010 keiner bankrott geht, keine Mitarbeiter entlassen werden, keine Einrichtungen geschlossen und keine Bauten abgerissen werden müssen. Dazu dienen die 315 Mio der ISB.

Das „Zukunftskonzept” der Landesregierung ist ein Nebelwerfer, die Zukunft wird bis zur Landtagswahl dauern. Vielleicht gibt es danach freie Sicht!

Für die Region Adenau hat sich durch Nürburgring 2009 bisher keine Zukunftsperspektive ergeben, definitv sind aber einige zerstört worden!

Gereon Schürmann
Kreisvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei
Landkreis Ahrweiler
Adorferhof 25
53518 Leimbach
Tel.: 02691-931067
mail: gs@luftstrom.com

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